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Aufführungen der Kath. Bezirkskantorei Bruchsal 1998 |
| Im Jahr 1610 erschien in Mantua eine gedruckte Sammlung von Kirchenmusik des Kapellmeisters Claudio Monteverdi (1579-1643). Die zusammengestellten Stücke umfassen außer einer Vesper an Marienfesten in großer Besetzung für Soli, Chor und Orchester und einer a-capella-Messe auch eine zweite, alternative Komposition des Magnificats, das als Teil der Vesper nun sowohl reich instrumentiert, als auch in sparsamer Vokalfassung vorliegt. |
| Dies
mag als Hinweis darauf verstanden werden, dass die berühmte „Marienvesper“-
mit einigen Einschränkungen - als reines Chor- und Solistenstück mit
Continuo aufführbar ist. Selbstverständlich fehlt dadurch einiges an
reizvollen Klangfarben, die Instrumente wie Blockflöten, Zinken und
Posaunen hineinbringen würden; durch eine reiche Besetzung im
Continuobereich: Orgel, Spinett, Cembalo, 2 Lauten, Gambe und Violone,
mithin 7 verschiedene Instrumente, versuchen wir dennoch, Abwechslung und
Farbe in die vokal dominierte Musik hineinzubringen. |
| Eine
demnächst geplante Wiederholungsaufführung soll dann auch die
orchestralen Elemente enthalten, insbesondere die Sinfonia „Sancta
Maria“, die in der Aufführung 1998 leider entfallen muss. |
| Die
in unserer Version gebrauchte Aufteilung auf 8 Solisten und zwei große Chöre
mit je 50 Sängerinnen hat, wenn auch nicht historisch orientiert, den
Vorteil großer Plastizität: neben zarten solistischen Stellen erklingt
gelegentlich ein machtvolles Tutti, was insbesondere beim zweichörigen
Psalm „Nisi Dominus“ eine außerordentliche Wirkung verspricht. |
| Die vielen verschiedenen Baß- und Akkordinstrumente schaffen eine differenzierte Begleitung, die im Wechsel zwischen einzelnen Farben und dem ganzen Klangapparat deutliche Akzente setzen kann. Über die genaue Instrumentierung im Einzelnen sagt Monteverdis Partitur, wie auch in Veröffentlichungen seiner Epoche nicht anders zu erwarten, nichts aus. Man ist stark auf Vermutungen angewiesen bzw. auf die eigene Phantasie und das Experiment |
webmaster h.opp April 2005