Konzert Tournee der Kath. Bezirkskantorei Bruchsal 2003

 

Konzertreise der katholischen Bezirkskantorei Bruchsal ins Burgund

Der Dirigent selbst hätte es vor einer Woche noch nicht geglaubt, dass es tatsächlich soweit kommen würde: Um 14.30 Uhr ging’s mit 47 Teilnehmern im Bus für ein verlängertes Wochenende in Richtung Avallon. Abends im Hotel bildeten wir nach Harald Hursts Motto: „Gemütlich sitze“ eine fröhliche Runde. Das Singen wurde allerdings von Seiten der Hotelleitung zugunsten anderer Gäste untersagt.

Der Freitag brachte kulturelle Höhepunkte: Ein Kurzbesuch in Semur-en-Auxois. Der Maestro nutzte den Besuch in der dortigen Kirche zu einer Klangprobe. Die Marienkapelle war gerade von der Sonne durch die bunten Fenster illuminiert….

Durch die einmalige Basilika von Vezelay wurden wir von einer sympathischen jungen Nonne geführt. Das i-Tüpfelchen setzten wir wieder mit Gesang. Eine echte Überraschung erwartete die hungrigen Mägen aber anschließend vor der Stadt: Gerhard, der phänomenale Busfahrer, hatte inzwischen zwei Gartentische geborgt und auf dem Parkplatz ein gourmetfähiges Picknick ermöglicht. En passant bot sich noch ein Besuch in Avallon an. Auch hier ließ sich eine kleine Gruppe um den Dirigenten von der heimeligen Atmosphäre in der Kirche verleiten, den Raum mit Klängen aus dem Konzertprogramm zu erfüllen.

Der folgende Tag führte die Gruppe ins Schloss Bussy-Rabutin mit seinen unzähligen Gemälden schöner Damen und noch bedeutenderer Herren. Besser zur christlichen Mission des Chores passte die Besichtigung des Weltkulturerbes Kloster Fontenay – einer Zisterzienserabtei ähnlich Maulbronn. Auf ein Stimmentraining mussten wir hier allerdings verzichten. Dazu hatten wir jedoch beim anschließenden Proben und Konzert in der Kirche St. Urse in Montbard noch ausreichend Gelegenheit. Knapp 100 Zuhörer lauschten verschiedensten Werken von J.S. Bach: Chorälen aus der Matthäus-Passion sowie Orgelmusik. Sie ließen sich aber auch von der Messe „da pacem, domine“ unseres Chorleiters begeistern und forderten mit rhythmischem Applaus Zugaben. Zum völkerverbindenden Erlebnis wurde das Ganze dann endgültig mit dem folgenden Empfang im Gemeindezentrum. In bester Stimmung begaben wir uns dann zum original französischen Diner mit original französischen Freunden. Nach 3-stündigem Tafeln kehrten wir ins Hotel zurück.

Noch einmal war die Kirche in Montbard überdurchschnittlich voll beim Gottesdienst am Sonntag dank der Mitwirkung unseres Chores. Ergriffen drückten die Sänger die dargebotenen Hände der Besucher – ein Zeichen des Dankes und der Völkerverständigung. Leider war dies auch das Zeichen zum Aufbruch.

Die Erinnerung an diese herrlichen Tage im Nachbarland hat die Gruppe den Mühen der Organisatoren Leo Langer, Karin Götter und Udo Renschler zu verdanken. Sie wird uns in der kommenden Probenphase begleiten.

Danach wird am So. 14. März 2004 in der Kirche St. Paul in Bruchsal die Matthäuspassion zum ersten Mal seit 1969 wieder vollständig aufgeführt. Dazu werden der Chor von Herz-Jesu aus Eberbach mit seinem Leiter, Bezirkskantor Godehard Weithoff, sowie das Barockorchester „Arpa festante“ aus München in Bruchsal zu Gast sein. Denn das Werk erfordert außer den sechs Solisten zwei komplette Chöre und Orchester. Nicht zufällig findet das Konzert beinahe an Bachs Geburtstag statt – 275 Jahre nach der Erstaufführung.

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webmaster h.opp April 2005